HealthcareNotWarfare – Bundesweiter Aktionstag am 19. Mai

Pflegepersonal statt Soldat*innen! Medizinische Ausstattung statt Kriegsgerät!

Protestaktionen gegen Rheinmetall-Aktionärsversammlung


Weg der Erinnerung – Zwangsarbeit bei Rheinmetall

Eine Aktion der Initiative Rheinmetall entwaffnen - RheinMain

In Gedenken an die Opfer von Krieg und Faschismus

Diese Website ist gewidmet dem Gedenken an die osteuropäischen jüdischen Zwangsarbeiterinnen, die im Außenlager Tannenberg des KZ Bergen-Belsen inhaftiert waren und für die Rheinmetall-Borsig AG Zwangsarbeit leisten mussten.
In Unterlüß wurden 4.000-5.000 Zwangsarbeiter * innen eingesetzt. Sie mussten schwerste körperliche Arbeiten verrichten. Viele arbeiteten in der Munitionsfüllanlage von Rheinmetall. Eine Arbeit, die so giftig war, dass sie krank machte. In der Kriegsproduktion der NS- Zeit lag der Anteil an Zwangsarbeit teilweise bei 50% aller Beschäftigten.

Der heutige Konzern Rheinmetall ging nach Kriegsende nahtlos aus der Rheinmetall-Borsig AG hervor. Nach einer kurzen Phase der Konversion konnte Rheinmetall sich schon in den frühen 50er Jahren wieder seinem Hauptgeschäft, der Produktion von Waffen und Kriegsmaterial, widmen. Die Geschichte Rheinmetalls ist die Geschichte des Krieges und des Tötens. Der Konzern verweigert bis heute eine Aufarbeitung der Verbrechen, die in seinem Namen in der Zeit des Faschismus verübt wurden, und stellt sich nicht seiner Verantwortung.

Auch die Gemeinde Unterlüß will nicht an ihre Vergangenheit erinnert werden. Ein Brief der jüdischen Überlebenden Edith Balas, den sie 2013 an die Gemeinde schrieb, blieb unbeantwortet.

Einige Menschen aus der Region versuchen seit vielen Jahren, die Geschichte der Zwangsarbeiter * innen rund um Unterlüß zu erforschen und ein würdiges Gedenken zu ermöglichen. Ihre Hauptforderungen sind dabei die Öffnung der firmeneigenen Archive für eine historische Aufarbeitung und die Ermöglichung einer Gedenkstätte am ehemaligen Lager Tannenberg, das sich auf dem Privatgelände der Rheinmetall AG befindet.

Rheinmetall entwaffnen - RheinMain ist eine regionale antimilitaristische Initiative. Wir beteiligen uns mit Aktionen und Interventionen an der Kampagne gegen Rüstungsexport und Krieg. So bei den Rheinmetall-Hauptversammlungen der vergangenen Jahre oder dem war starts here-Camp in Unterlüß. Im Rahmen dieses antimilitaristischen Camps „Rheinmetall entwaffnen“ vom 01.09. bis 08.09.2019 machten wir das Gedenken und die Thematisierung des Zusammenhangs von Zwangsarbeit und Faschismus in der Geschichte der Rüstungsproduktion zum Schwerpunkt. Wir setzten am Ort des ehemaligen KZ Tannenberg einen Gedenkstein und markierten den Weg von von dort zu Rheinmetall-Fabrik als Weg der Erinnerung mit Namensbaumbinden und thematischen Bannern. Auf dem Camp wurde eine Ausstellung gezeigt und eine Veranstaltung zu Zwangsarbeit beim RheinMain-Flughafen und Rheinmetall durchgeführt. Auf der Demonstration zum Ende des Camps wurde eine Grußwort von Esther Bejarano verlesen.

Der von uns gesetzte Gedenkstein und der Weg der Erinnerung wurde innerhalb kürzester Zeit zerstört. Auch das zeigt die Notwendigkeit andauernder antifaschistischer Aktion.


“Jedes Unternehmen hat seine Geschichte — nur wenige allerdings sind so eng mit dem Schicksal ihres Landes verbunden wie Rheinmetall”

Mit diesem Zitat beginnt eine Broschüre des Konzerns über seine 90jährige Geschichte 1889-1979. Von Beginn an stand der Krieg im Mittelpunkt der Rheinmetall-Produktion.