Weg der Erinnerung 20195. September 2019: Mit dem Solibus fahren wir gemeinsam vom Camp zum Ort des Außenlagers Tannenberg in Altensobreth, was zur Gemeinde Unterlüß gehört. Nur wenige sichtbare Überreste weisen noch auf den Ort des Lagers hin.
Hier beginnt unser Weg der Erinnerung mit einer Gedenksteinsetzung und einem Hinweisschild zum Lager an der Landstraße.

Auf dem Rückweg nach Unterlüß markieren wir gemeinsam den Weg, den die Zwangsarbeiterinnen tagtäglich vom Lager zu ihren Arbeitsstätten im Rheinmetallwerk oder im Ort Unterlüß zurücklegen mussten.

In der Nähe des ehemaligen Eingangs zum Lager setzen wir unseren Gedenkstein und erinnern mit einer kleinen Feier an die Frauen, die hierher verschleppt wurden. Nach einer kurzen einleitenden Rede werden von verschiedenen Teilnehmer*innen Textpassagen aus Vernehmungsprotokollen und Briefen ehemaliger Zwangsarbeiterinnen verlesen, die einen Eindruck von Leid und Alltag im Lager vermitteln. Zum Abschied singen wir gemeinsam das Lied „Sog nit koynmol“ von Hirsh Glick.

Die zuvor mit den wenigen bekannten Namen der Tannenberger Zwangsarbeiterinnen versehenen Baumbinden werden entlang des Weges an die Bäume gebunden. Lediglich 53 Namen können dem Lager zugeordnet werden.

Die Idee der Baumbinden haben wir aus der Erinnerungsarbeit zum Frankfurter Konzentrations- Lager Katzbach übernommen.
Eine Künstlerin hat Baumbinden aus dem Stoff der Häftlingskleidung mit den Nummern der dort inhaftierten Zwangsarbeiter*innen beschriftet und im Stadtgebiet Frankfurt a.M. an vielbefahrenen Straßen angebracht.
Die Initiative bekam große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

Mit Markierungsbändern „War starts here - Let‘s stop it here“ markieren wir das weitläufige Gelände und den ausgedehnten Schießplatz des Rheinmetall- Werkes.
Mit einer professionellen Markierungsmaschine und selbstgemachten Schablonen wird der neben der Straße verlaufende Radweg beschriftet.

Auf großen Bannern werden Bilder von Valerie Jakober- Furth gezeigt. Eine ungarische Jüdin, die im Lager Tannenberg einsaß und am 15. April 1945 von der britischen Armee in Bergen-Belsen befreit wurde.

Die Tafeln beschäftigen sich mit der Geschichte des Lagers und Zwangsarbeit in der Kriegsindustrie.