Edith Balas

»Ich hoffe, dass unsere gemeinsame Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät und dass Sie unsere Geschichte auch an künftige Generationen weitergeben.«

Brief von Edith Balas an den Bürgermeister der Gemeinde Unterlüß 2013

Keine Antwort

Keine Einladung

Keine Erinnerung

Kein Gedenken

bis heute

Edith Balas, geborene Lövy, wurde 1929 in der siebenbürgischen (transsilvanischen) Stadt Cluj (Kolozsvár, Klausenburg) geboren und verbrachte dort ihre Kindheit. 1944 besetzte Nazi-Deutschland Ungarn und deportierte ihre Familie in das Todeslager Auschwitz.
Edith Balas überlebte die Schrecken von Auschwitz, das Sklavenarbeitslager bei Unterlüß und Bergen-Belsen.

Nach ihrer Rückkehr nach Cluj heiratete sie Egon Balas, einen jungen Diplomaten. 1952 wurde ihr Mann vom rumänischen stalinistischen Regime verhaftet. Edith Balas selbst wurde zur persona non grata. Obwohl ihr Mann schließlich freigelassen wurde, hatten sie in Rumänien keine Perspektive mehr. Nach Jahren des Kampfes und der Enttäuschungen gelang es ihnen schließlich, in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Sie wurde Kunsthistorikerin, die besonders wegen ihrer aufschlussreichen Einsichten in das Schaffen von Michelangelo und von Constantin Brancusi bekannt geworden ist.

Vogel im Flug: Erinnerungen einer Überlebenden und Wissenschaftlerin ist die Lebensgeschichte von Edith Balas, die sich selbst als eine „professionelle Überlebende“ bezeichnet.

Trotz ihres Leidesweges sind ihre Erlebnisse letztlich eine Geschichte von Hoffnung und Triumph, eine wertvolle Lehre, wie jemand, den das Schicksal niedergeschmettert hat, dennoch weiterleben und gewinnen kann. „Vogel im Flug“, sagt die Autorin, „der Titel meiner Erinnerungen, wurde von Brancusis berühmter Skulptur inspiriert, die ich als Symbol für mein Leben betrachte.“

Portraying Edith Balas - Survivors from the Holocaust